WARUM BEWEGEN LEBEN BRINGT …
Bewegung ist ein grundlegendes Bedürfnis eines jeden Menschen. Sie ist die Grund- lage des Lernens, der Persönlichkeitsentwicklung und der sozialen Kompetenzen.
Bewegung ist für den menschlichen Organismus eine wichtige Kraftquelle für seine physische wie auch seine psychische Verfassung.
Im Unterschied zu den vorrangig entspannenden Bewegungsarten (wie z. B. Tai Chi) zählt Nordic Walking mit seinem rhythmischen Bewegungsmuster zu den vorrangig energetisierenden und belebenden Bewegungsarten, denn gerade rhythmische, möglichst gleichmäßige Bewegung kann eine gute Möglichkeit sein, innerlich aufzutanken.
Bewegung ist ein Urbedürfnis unseres Organismus und elementarer Bestandteil unseres genetischen Bauplans. Unzählige körperliche wie auch seelische Krankheiten könnten durch Bewegung verhindert oder geheilt werden. Bewegte Menschen leben gesünder und glücklicher! Gerade durch die Bewegung bekommen wir neue Kraft. Wir müssen aber erst Energie investieren, um dann mehr Energie zu bekommen.
Wenn ich mich körperlich ausgepowert fühle und auch innerlich in schlechter Stimmung bin, dann weiß ich: Es ist Zeit, meine Nordic-Walking-Stöcke zu nehmen und los zu gehen – eines der für mich einfachsten und effektivsten Mittel, wieder fit zu werden und mein seelisches Gleichgewicht wiederzufinden. Manchmal kostet es einiges an Überwindung, mich aufzuraffen, die Schuhe anzuziehen und loszugehen. Doch allzu oft habe ich schon festgestellt: Wenn ich sitzen bleibe oder mich gar hinlege, bin ich hinterher meist noch schlaffer und frustrierter. Außerdem ist in meinem Nervensystem das Gefühl gespeichert, wie wohl ich mich fühle, wenn ich vom Nordic Walking zurückkehre. Genau diese Erinnerung ist es, die mir hilft, meinen inneren Schweinehund zu überwinden und loszulaufen. Wenn ich mich dann in ruhigem Tempo rhythmisch durch die Natur bewege und meinen Körper mit Sauerstoff voll tanke, merke ich, wie meine Lebendigkeit und meine körperliche Spannkraft nach und nach zurückkehren. Gleichzeitig beginne ich, meinen Körper wieder zu spüren, meine Gedanken ordnen sich, und langsam finde ich wieder zu mir selbst. Unterstützt vom gleichmäßigen Takt des Nordic-Walking-Rhythmus, von der Schönheit der Natur um mich herum und von der Möglichkeit, nahezu gedankenverloren bei mir zu sein, kommt auch meine Seele zur Ruhe und kann auftanken; Nach der Nordic-Walking-Einheit fühle ich mich wieder „fit wie Oskar“ und bin in bester Stimmung.
So hilft mir die Bewegung, innerlich aufzutanken und mein seelisches Gleichgewicht wiederzufinden.
Meist werden uns in erster Linie die körperlichen Fitnessaspekte sportlicher Betätigung dargelegt. Und schon diese sind erheblich: Bewegung verzehnfacht die Sauerstoffversorgung des Körpers, sie versorgt das Gehirn mit Energie und steigert so die Gedächtnisleistung, der Energiegrundumsatz wird um 25 Prozent gesteigert und reguliert den Appetit, schädliche Blutfette werden verbrannt und Stresshormone abgebaut. Die Leistungsfähigkeit wird durch Vermehrung der winzigen körpereigenen Kraftwerke, der Mitochondrien, gesteigert, ebenso wird das Kreativitätshormon ACTH vermehrt ausgeschüttet, unsere Herzleistung und Gefäßdurchblutung werden verbessert, die Muskulatur und Gelenke gestärkt, die Verdauung aktiviert, das Immunsystem gefestigt und Bewegung fördert auch einen erholsamen Schlaf. Allein diese Gründe könnten schon genügen, einen zu mehr Bewegung zu animieren.
Doch warum bringt körperliche Bewegung auch Bewegung in unsere seelische Gemütslage?
Je besser wir uns körperlich fühlen, je fitter und gesünder wir sind, desto besser geht es uns auch geistig und seelisch. Und umgekehrt: Wenn wir körperlich in schlechter Verfassung oder krank sind, dann leidet auch unsere Seele. Schon deswegen wird jemand, der für sein seelisches Wohlbefinden sorgen will, sinnvollerweise auch seinen Körper immer wieder durch Bewegung fit halten.
„Bewegung macht glücklich“, sagen manche, jedenfalls erzeugt sie gute Gefühle. Man fühlt sich optimistisch, froh oder gar „pudelwohl“. Und zwar aufgrund ganz natürlicher biochemischer Prozesse. Prinzipiell tragen drei Hormone zu diesen positiven Gefühlen bei: Dopamin, Serotonin und Endorphin.
Werden nun die Muskeln nicht genügend aktiviert, unterbleibt die Stimulierung der Zwischenhirnareale, die für die Produktion insbesondere von Dopamin und Serotonin zuständig sind. Die Folge sind Lustlosigkeit, Mattheit und weiterer Bewegungsmangel. Ein fataler Teufelskreis, aus dem es aber glücklicherweise einen Ausweg gibt: Bewegung. Trägheit lässt sich eben nur durch Aktivität überwinden. Mit ihr kommen auch wieder die guten Gefühle, und die Seele lebt wieder auf.
Neben diesen biochemischen Prozessen ist auch der gleichmäßige Rhythmus der Bewegung entscheidend. Alle gleichmäßigen Betätigungen gleichen uns auch innerlich aus, mäßigen vieles, was in uns aufgewühlt ist oder in unserem Herzen tobt. Ebenso wirken sich rhythmische Bewegungen zentrierend und stabilisierend auf unsere psychische Verfassung aus. Beim Laufen, beim Radfahren, beim Skaten, beim Tanzen und … beim Nordic Walking.
Mit dem Rhythmus wird auch der Atem regelmäßig, und so gelangen wir nach und nach auch innerlich in einen gleichmäßig schwingenden Zustand, der gewissermaßen unsere Seele wiegt. Diese Wirkung mag subtil und – da sie sukzessive erfolgt – bewusst kaum spürbar sein. In der Regel merken wir erst hinterher, dass wir ausgeglichener und zentrierter sind.
Schließlich nehmen wir durch die Bewegung unseren Körper stärker wahr und kommen so in einen intensiveren Kontakt zu uns selber und unserem Inneren. Umso mehr, je langsamer die Bewegungen sind, je ruhiger unsere Umgebung ist und je weniger wir abgelenkt werden. Unter diesem Aspekt kann es günstiger sein, beim Sport treiben mit sich allein zu sein als in der Gruppe, um den eigenen Körper bewusster spüren zu können – in sich „hineinhorchen“ zu können. Zeit mit sich ist nahezu immer Labsal für die Seele.
Bewegen statt rosten – Tipps für den Alltag:
Für die Entscheidung, welche Sportart nun am besten für Sie ist, gilt zunächst: Wichtig ist in erster Linie, dass Sie sich bewegen, und nicht so sehr, welche Bewegungsart allgemein als ideale angesehen wird. Mehrere Voraussetzungen sollten allerdings erfüllt sein:
Wählen Sie eine Sportart, bei der Sie sich möglichst gleichmäßig und rhythmisch bewegen. Ob es nun Nordic Walken, Joggen, Radfahren, Schwimmen, Rudern oder das Training auf einem Laufband oder Stepper sei, der gleichmäßige Rhythmus wird Ihnen beim Auftanken helfen. Ungünstig sind dagegen so genannte Stop-and-go-Sportarten wie Fußball, Tennis (spiele ich selber sehr gern) oder Squash – nicht nur, weil diese Ihre Gelenke strapazieren und Sie in der Regel kein Fett, sondern Ihre kostbaren Zuckerreserven verbrennen, sondern vor allem, weil Sie sich dabei eben nicht gleichmäßig und rhythmisch bewegen, geschweige denn mit Ihrer Aufmerksamkeit bei sich und mit sich sein können. (Was aber nicht bedeuten soll, dass die letztgenannten Sportarten nicht aus anderen Gründen für Sie sinnvoll sein können!)
Achten Sie darauf, dass die Art der Bewegung zu Ihrer persönlichen körperlichen Verfassung und Konstitution passt.
Achten Sie darauf, dass Ihnen die Sportart wirklich persönlich liegt und Spaß macht, sonst kostet es Sie zu viel Mühe und Selbstüberwindung. Sie müssen permanent gegen Ihren inneren Schweinehund ankämpfen und produzieren dabei mehr Stress- als Freudehormone! Wählen Sie also nicht nur mit dem Kopf, sondern auch mit dem Herzen.
Achten Sie darauf, dass Sie sich leicht, moderat und ohne Anstrengung bewegen. Weniger ist hier oft mehr. Die oben genannten positiven Wirkungen erreichen Sie nicht, wenn Sie sich anstrengen und auspowern, sondern wenn Sie sich in einem niedrigen Pulsfrequenzbereich bewegen.
Wählen Sie auch eine Umgebung, die Ihrer Seele gut tut, am besten an der frischen Luft und in der freien Natur. Auch im Stadtpark ist es noch viel besser, als auf den Straßen zwischen Häuserblocks zu laufen oder auf einem Stepper in einer Fitnesshalle inmitten von technischen Geräten und kontinuierlicher Beschallung zu trimmen. Da mag Ihr Körper fit werden. Die Seele verkriecht sich oder geht in Deckung. Im Freien können Sie von den vielen „seelenfördernden“ Kräften der Natur profitieren (siehe hierzu auch: „Warum die Natur so gut tut“): Sie können den weichen Wiesenboden unter Ihren Füßen spüren, den frischen Wind oder den Regen im Gesicht fühlen, die Gerüche der Pflanzen und Bäume wahrnehmen und das Rauschen der Blätter oder das Vogelgezwitscher hören.
Gönnen Sie sich, alleine mit sich zu sein. Sport mit anderen mag zwar kommunikativer und unterhaltsamer sein, aber um innerlich bei sich anzukommen, sich zu zentrieren und seelisch wirklich aufzutanken, ist die Zeitinsel des Alleinseins ausgesprochen förderlich. Ansonsten bewegt sich zwar der Körper, aber man nimmt weder die Natur ringsherum noch sich selber wirklich wahr. Auch wenn es Sie vielleicht am Anfang etwas mehr Überwindung kostet: Mit der Zeit werden Sie diese Zeiten des „Eintauchens“ in den Rhythmus, in die Natur und in sich selbst immer mehr genießen. Natürlich kann man auch mit anderen schweigend laufen oder walken und mit der Aufmerksamkeit bei sich bleiben. Vielen Menschen fällt das aber nicht so leicht.
Meines Erachtens sind Laufen, Walken und Nordic Walken unter allen Bewegungsmöglichkeiten diejenigen, die am leichtesten zu praktizieren sind. Sie brauchen bis auf eine kompetente Technikvermittlung von wenigen Stunden und ein paar gute Schuhe kaum eine aufwändige Ausrüstung, und insbesondere für Menschen mit geringen Zeitreserven bieten sie den Vorteil, dass man mit wenig Aufwand viel erreichen kann. Und da man in der Regel von Zuhause loslegen kann, spart man sich auch Anfahrts- und Vorbereitungszeiten.
Doch letztlich müssen Sie selbst entscheiden, was für Sie und Ihre Seele, für Ihr körperliches und inneres Wohlbefinden das Beste ist – beim Erlernen der Nordic-Walking-Technik unterstütze ich Sie sehr gern – kompetent und individuell!
